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Die Idee

Was ist Blindenreportage und was macht eine gute Blindenreportage aus?

Blindenreportage versucht das Fußballspiel, die Ereignisse auf und neben dem Spielfeld und im Stadion situationsgenau in Worte zu fassen. Ziel ist es, dass nichtsehende Menschen Fußball so erleben können wie Menschen ohne Sehbeeinträchtigung.

Eine gute Blindenreportage konzentriert sich auf das Wesentliche - den Spielverlauf. Das bedeutet, jeden Pass und jede Spielsituation in Worte zu übersetzen. Die Modulation der Stimme ist dabei entscheidend. Durch das Heben und Senken der Stimme, entspannten Betonungen oder dem Sprechen mit Nachdruck soll für den/die Zuhörer/in ein Klangteppich entstehen, der sie an der Dynamik und Intensität des Spiels teilhaben lässt.
Wortbeiträge, die nicht direkt auf das Spielgeschehen bezogen sind, werden größtenteils vermieden. Insofern es die Spielsituation zulässt, lassen die Reporter/innen die Stadionatmosphäre ohne Kommentar wirken. Reaktionen der Zuschauer/innen, die nicht direkt mit der Spielsituation in Zusammenhang zu setzen sind, werden übersetzt. Choreographien oder abseits des Balls stattfindende, wichtige Begebenheiten werden innerhalb der Reportage beschrieben.

 

Grundsätze der Blindenreportage:

  • Nah am Spiel und immer auf Ballhöhe
  • Schweigen nur dann, wenn es bewusst eingesetzt wird (Atmosphäre). Ansonsten sprechen. (Es gilt: "Wenn ihr schweigt, bin ich wieder blind.", Aussage eines Nutzers)
  • Das Spiel geht vor der Atmosphäre. (Mut haben das Spiel weiter zu reportieren, wenn es die Situation erfordert.)
  • Live geht vor Re-Live. (Nachbetrachtungen oder "Zeitlupen" müssen bei Bedarf abgebrochen werden und zu gegebener Zeit nachgeholt werden.)

 

Das Zentrum für Sehbehinderten- und Blindenreportage (ZSBR)

Das Zentrum für Sehbehinderten- und Blindenreportage (ZSBR) wurde am 01.09.2014 vom AWO Bundesverband e.V. ins Leben gerufen. Finanziell und ideel wird das Zentrum, das in seiner Form einzigartig ist,  unterstützt von der Aktion Mensch, der Bundesliga-Stiftung und der Deutschen-Fussball-Liga. Ziel ist es, in jedem Stadion der Vereine aus den Profiligen, eine an die Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderungen angepasste Reportage anzubieten, um die Teilhabe am Erlebnis Fußball zu ermöglichen. Das Zentrum übernimmt hierfür folgende Aufgaben:

  • Gewinnung und Qualifizierung von Blindenreportern und Blindenreporterinnen.
  • Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Reportageform, um sie, trotz aller regionaler Unterschiede,  auf einem hohen Niveau anzubieten.
    Hierfür bieten das Zentrum Blindenreporter und Blindenreporterinnen u.a. Seminare zur Qualitätssicherung, Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten, aber auch Seminare für Einsteiger und Einsteigerinnen an.
  • Beratung der Vereine, ihrer Reporterinnen und Reportern sowie der Vereinsverantwortlichen bei der Entwicklung der Infrastruktur für die Blindenreportage. Inhalte der Beratung  sind vor allem die technische Realisierung der Reportage, Akquise und Ausbildungsmöglichkeiten neuer Reporter und Reporterinnen sowie Wege zur Finanzierung oder Förderung.
    Auch hierdurch konnte seit Bestehen des Zentrums die Bundesliga flächendeckend mit Plätzen für Blindenreportage versorgt werden.
  • Ansprechpartner zu sein, für die Nutzer und Nutzerinnen sowie Reporter und Reporterinnen und ihre Anliegen rund um die Fußballblindenreportage.

Nachdem eine flächendeckende Einführung der Blindenreportage in den Vereinen der Bundesliga bereits erreicht werden konnte, ist das weitere Ziel, auch in der 2. und 3. Liga des deutschen Fußballs ein durchgehend barrierefreies Angebot für Menschen mit Sehbehinderungen einzuführen und diesen Ausbau der Blindenreportage beratend zu begleiten. Für die 2. Liga ist die Erreichung des  Ziels in greifbarer Nähe,  in der 3. Liga ist der Ausbau in vollem Gange.